| Der Tag danach
Eva und ich gingen die Gasse hoch und hatten Glück, kaum waren wir auf der Hauptstrasse hielt ein vorbeifahrendes Taxi. „Fahren wir am besten zu mir, dort ist um die Ecke ein kleines Lokal, dass sehr lange offen hat. Und dort gibt es auch Taxis für dich zum weiterfahren“ schlug Eva vor. Es war mir recht, obwohl ich kurz überlegte, warum sie so ausdrücklich auf die Möglichkeit der Weiterfahrt hingewiesen hatte. Abgesehen davon, dass ich von Eva’s Wohnung in wenigen Minuten zu Fuß zu Hause wäre klang es danach, als ob ich mir vorstellte, mit ihr nach Hause gehen zu können. Ich dachte definitiv nicht daran und es ärgerte mich, dass sie mir unterstellen, eine solche Absicht zu haben und es ärgerte mich, dass sie mit dieser Aussage klar machte, dass dem nicht so sein wird. Oh Gott, was denke ich schon wieder kompliziert. Wir gehen auf einen Drink und letztlich habe ich heute mehr erreicht als zu erwarten war.
Das Lokal war nichts Besonderes und wir unterhielten uns über den Abend. Ich durfte die Geschichte von Iris im Flugzeug erzählen und Eva merkte an, dass es schon komisch sei, dass es mich jedes Mal umwirft wenn ich sie sehe. Ob sie mir gefalle? Ich gab zu, dass ich sie attraktiv fand, ich jedoch kein Interesse an ihr habe. Von meinen Erlebnissen in Cuba erwähnte ich kein Wort.
Wir tranken jeder ein Glas Rotwein und hatten keine Lust auf ein weiteres. Also verlangten wir die Rechnung um zu gehen. Ich zückte meine Geldtasche und Eva griff nach ihrer Handtasche. Griff nicht wirklich sondern überlegte kurz wohin sie greifen sollte. Sie war nicht da. „Scheiße. Taxi oder Claire. Wie auch immer – erst mal ist sie weg.“ Eva war recht unaufgeregt. „Mal überlegen. Ich habe sie bei Claire unter die Jacke auf die Kleiderablage gehängt. Und mir beim Rausgehen nur die Jacke geschnappt. Alles klar. Die Tasche ist bei Claire“ Eva war noch immer sehr entspannt. Dem Kellner hatte ich mittlerweile den Wein gezahlt und wir konnten gehen. Ich schlüpfte in meine Jacke und steckte Zigaretten und Feuerzeug ein. „Was machst du jetzt, lässt du mich jetzt hier sitzen?“ Erstaunt schaute Eva mich an. Sie selbst machte keinerlei Anstalten aufzustehen. „Wir werden uns ein Taxi checken und zurück zu Claire fahren, oder?“ „Dazu habe ich absolut keine Lust. Bin froh wenn ich die jetzt alle eine Weile nicht sehe. Dachte vielleicht kann ich bei dir schlafen. Am Sofa. Und morgen hol ich dann die Tasche“ Tatarata. Leider hatte ich kein Sofa und meine Wohnung war auch nicht sehr gastfreundlich. Wohnung. Bei mir hieß sie wegen ihrer Größe „Wohnklo“. „Natürlich kannst du bei mir schlafen, hab nur kein Sofa.“ Eva zuckte resignierend mit dem Schultern. „Auch gut.“
Wir nahmen uns trotz der Nähe ein Taxi und brachten die Fahrt schweigend hinter uns. Beide waren wir doch schon etwas müde. Meine Wohnung bestand aus einem Vorzimmer, welches gleichzeitig Küche war, einem kleinen Bad mit Dusche und einem nicht viel größerem Zimmer. Aus Platzgründen hatte ich kein Bett sondern ein ausziehbares Sofa. „Also doch ein Sofa“ merkte Eva richtigerweise an. „So gesehen ja, aber siehst du irgendwo ein Bett“. „Shit, wie sollen wir beide auf diesem Nichts schlafen?“ Jetzt war sie das erste Mal etwas außer Tritt geraten. „Indem ich es zum Bett mache“. Eva’s Züge entspannten sich. Mir war noch nicht ganz klar, wie der weitere Ablauf sein würde also machte ich mich mal daran, das Bett zu richten. Eva setzte sich in den Lehnstuhl, der einzigen Sitzgelegenheit außer dem Sofa, und schaute mir zu. Offensichtlich machte sie sich auch Gedanken wie nun die nächsten Schritte aussehen würden. „Hast du eine Zahnbürste für mich?“ Glücklicherweise hatte ich erst am Vortag ein Dreierpack neuer Zahnbürsten gekauft, weil sie im Supersonderangebot waren. „Und vielleicht ein T-Shirt?“ Auch mit diesem konnte ich dienen und Eva verschwand ins Bad. Ich nutzte die Zeit mich meiner Sachen zu entledigen, eine frische Boxershort und Shirt anzuziehen und zu warten. Eva kam ruck zuck mit ihrer Kleidung im Arm aus dem Bad. Mein Shirt ging ihr fast bis zu den Knien und ihre großen Brüste zeichneten sich unter dem Shirt deutlich ab. Sie hatte keinen BH an. Noch keine Anzeichen von Hängebusen, dachte ich mir, schöne, feste Titten. Sie dürfte meinen Blick richtig gedeutet haben, schlüpfte ins Bett und zog sich die Decke bis zum Hals hoch. Im Bad zog ich die frischen Sachen wieder aus und stellte mich unter die Dusche. Eva hatte nicht geduscht und wäre ich allein gewesen hätte ich es auch nicht mehr getan. Aber so war es mir angenehmer. Als ich ins Zimmer kam lag Eva schon zur Seite gedreht und schien zu schlafen. Vorsichtig legte ich mich neben sie und deckte mich mit einem kleinen Teil der Decke gerade mal halb zu. Um mich vollständig zuzudecken hätte ich mich an Eva anschmiegen müssen was ich mich nicht traute. Mittlerweile war ich hellwach und lag halb zugedeckt am Rücken. „Gute Nacht und danke dass ich bei dir schlafen darf.“ Eva schlief auch noch nicht. „Gerne, keine Ursache, was kann einem schöneres passieren, als mit einer schönen Frau das Bett zu teilen?“ „Blödl“. Sie drehte sich um, drückte mir einen Kuss auf die Wange. „Also, schlaf gut“. Für eine lange Zeit lag ich noch wach im Bett. Verkrampft weil ich mich nicht hin und herwälzen konnte wie ich wollte und irgendwann tauchte ich in einen leichten, unruhigen Schlaf.
Beim Erwachen war Eva dicht an meinen Rücken geschmiegt, ihr Arm um meinen Oberkörper. Sie löffelte mich und ich war voller Freude darüber. Sicherlich ist ihr das nur im Schlaf passiert und sie wird erschrocken sein, wenn sie aufwacht. Um ihr das zu ersparen drehte ich mich aus der Umarmung und ging auf die Toilette. Nicht dass ich pinkeln musste, aber so hatte ich einen Grund mich zu lösen und es war nicht peinlich für sie wenn sie dadurch aufgewacht wäre. Ich wusch mir nur die Hände und kroch wieder unter die Decke. Eva hatte sich mittlerweile umgedreht und ich legte mich hinter sie, ohne sie zu berühren. Was sie offensichtlich dazu bewegte, wieder an mich rann zu rutschen und ihren Rücken an meinen Bauch zu drücken. Ich legte meine Hand leicht auf ihre Schulter und Eva griff danach, zog sie auf ihren Bauch und hielt sie dort fest.
Ihr warmer Rücken an meiner Brust, ihr Hintern an mein Becken gedrückt, ich versuchte mich abzulenken, was aber leider unmöglich war. Sekündlich nahm meine Erregung zu und ich begann leichten Druck aus meiner Hüfte gegen ihren Hintern zu erzeugen was Augenblicklich mit heftigem Gegendruck beantwortet wurde. Eva reagierte so intensiv, dass ich erst dachte, sie schiebt mich weg, als sie gleichzeitig jedoch begann, ihren Rücken an mir zu reiben wurde klar das dem nicht so ist.
Ich streichelte ihren Arm. Fuhr mit der Zunge über die feinen Härchen am Hals. Mit der Hand über die Stirn, durch ihre Haare. Knabberte am Ohrläppchen. Ließ die Hand über Taille, Hüfte gleiten. Kein Höschen. Den Oberschenkel hinunter und unter dem T-Shirt hoch. Meine Hand erreichte ihren Busen und er war fest und schwer. Eva drehte sich um, drückte mich auf den Rücken und saß rittlings auf mir. Sie drückte mir beide Arme auf das Bett und schmuste mich solange bis ich zu ersticken glaubte. Dann zog sie sich das Shirt über den Kopf. Eva hatte schöne Brüste mit großen Warzenhöfen. Es war großartig wenn sie auf mir saß und mir ihre Brüste vors Gesicht hielt. Wir hatten es offensichtlich beide schon ziemlich nötig, denn zwischendurch reichten ein paar Minuten um mich schon wieder geil auf das nächste Mal zu machen. So bumsten wir bis in den Morgen.
Nach rund 37 Minuten Schlaf wachten wir durch das Läuten des Weckers auf und hatten zwei Probleme. Rechnete man auch den Umstand, dass wir beide hundemüde waren, konnte man sogar von drei Problemen sprechen. Also, wir waren hundemüde. Im Kühlschrank gab es außer nichts gar nichts und am schlimmsten war, dass Eva Dienst hatte.
Wir bewegten uns nacheinander ins Bad und verließen dann bald die Wohnung Richtung Büro. Um zumindest Zeit für einen Kaffee zu gewinnen leisteten wir uns ein Taxi. Das Kaffeehaus neben dem Büro war so etwas wie unser aller Wohnzimmer. Die karge Mittagspause von 30 Minuten verbrachten so gut wie alle Kollegen dort. Man kannte uns und wir bekamen rasch zwei große Braune.
Schweigend saßen wir beim Kaffee, hielten Händchen und lächelten uns von Zeit zu Zeit verliebt an. „Find ich total lieb von dir, dass du aufgestanden und mitgekommen bist. Weiß eh nicht wie ich das bis 12.00h im Büro durchdrücke. Hoffentlich ist der Alte nicht da.“ „Der Alte“ war der Chef und der konnte einem ziemlich am Arsch gehen, und wenn man alleine Dienst hatte doppelt. Für mich war klar, dass ich mit Eva ins Büro gehe und mit ihr die Zeit bis 12.00h überbrücke. Vielleicht hatte sie danach ja noch Zeit.
„He, das schaffen wir schon, ich werde dich mit billigem Filterkaffee und ebensolcher Konversation verwöhnen. Der Alte wird nicht kommen und ehe wir es uns versehen wird es 12.00h sein“. „Du kommst mit ins Büro?“ „Klar doch. Mitgehangen mit gefangen.“ Eva schenkte mir ein Lächeln und drückte meine Hand. Bestens. Es war bereits fünf vor neun als wir zahlten und uns ins Büro aufmachten. Wie erhofft war der Alte nicht da und würde auch nicht kommen. Denn sein größtes Vergnügen hatte er schon versäumt und damit war es sinnlos noch ins Büro zu fahren. Es war nämlich das Schönste für ihn ab 08.45h im Verkaufsraum zu stehen und abzuchecken wann die einzelnen Kollegen erschienen. Spannend wurde es so ab 08.55h. Denn wer um 09.00h an seinem Schreibtisch sitzen und arbeiten sollte, der musste zumindest fünf Minuten vorher bei der Türe reinkommen. Also gab es zwischen 08.55 und 08.59 einen strafenden Blick. Zwischen 09.00 und 09.05 gab es bereits Gezeter. Die Standards waren – ‚Ist es so schwer 5 Minuten früher Aufzustehen’, ‚Ich kann nicht verstehen was so schwierig ist, pünktlich zu sein’. ‚Warum können alle pünktlich sein nur sie nicht’. Ab 09.06 war es eine Katastrophe die ihm den kompletten Tag versaute und somit auch uns.
Wenn er also samstags um 09.00h nicht da war, brauchte man nicht mehr mit ihm rechnen. Außer eventuell kurz vor 12.00h. Da hatte er nochmals die Chance jemanden zu erwischen dass er vielleicht das Büro schon um 12.00h absperrte, was heißen würde, dass er seinen Arbeitsplatz schon um 11.55h verlassen hat. Natürlich auch eine Katastrophe riesigen Ausmaßes.
Eva bezog ihren Arbeitsplatz am Schalter und ich setzte mich zu ihr. Es war nicht viel los, aber doch ständiger Betrieb.
Am späteren Vormittag rief ich bei Claire an um wegen der Handtasche zu fragen. Sie war dort und Claire sie schickte die Tasche mittels Taxi ins Büro.
Waren mehr Leute im Verkaufsraum half ich Eva soweit ich konnte. Es war aber schon zwei Jahre her dass ich im Bereich Touristik gearbeitet hatte und musste sehr oft die Kunden bitten solange zu warten bis Eva soweit war.
Die Zeit bis 12.00h verging sehr rasch und ehe es wir uns versahen standen wir in unseren Jacken vorm Büro. Der Alte war nicht gekommen und vor uns lag ein Wochenende. Die ganze Zeit im Büro hatte ich schon überlegt wie ich es anstellen könnte, dass wir uns am Wochenende nochmals treffen bzw. dass wir nach Büro noch etwas gemeinsam unternehmen.
Irgendwie kam ich nicht zu dem Punkt und desto mehr ich nachdachte desto mehr verkrampfte ich mich und war unfähig die Sache auf die Reihe zu bringen.
So standen wir vorm Büro, schauten uns an bis Eva das Kommando übernahm. „Also dann, war supernett von dir dass du mit ins Büro gekommen bist und dich um die Tasche gekümmert hast. Eva umarmte mich und drückte mir einen Kuss auf den Mund. „Have a nice weekend“. Sie hielt noch meine Hand als sie die ersten Schritte von mir weg machte und ließ sie erst im letzten Moment aus. Dann ging sie mit schnellen Schritten Richtung Straßenbahn. Wir wären eigentlich in dieselbe Richtung gegangen, jetzt wollte ich aber nicht mehr hinterher. Ich steckte mir eine Zigarette an und schlenderte in die andere Richtung.
Was war das jetzt? ‚One night stand’ sagt man wohl dazu. Wir hatten eine schöne Nacht miteinander und das war es. Auch gut. Oder was heißt auch gut. Das war es was ich wollte. Ich hatte nie andere Absichten gehabt, als mit Eva Sex zu haben. Und den hatte ich gehabt. Alles bestens.
Ich ging zu Fuß nach Hause. Daheim entledigte ich mich meiner Kleider und kroch ins Bett. Es roch noch alles nach Eva und es roch nach Kuscheln, nach Küssen und Sex. Scheiße. Warum habe ich sie nicht gefragt ob wir uns nicht am Wochenende wieder sehen können. Wäre ziemlich gut, jetzt mit Eva ein wenig herumschmusen, schlafen und wieder schmusen. Ein richtig fauler Nachmittag. Ich stellte mir vor dass Eva da sei und schlief bald ein.
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