Home Erinnerung an eine alte Zeit Joachim
Home
Erinnerung an eine alte Zeit
Cafe I
Das Treffen der Räuber
Sonntagmorgen
Menech
Joachim
Merires Frau
Verrat
Baum auf's Dach
Neferures Tod
Iris und Bali
Cuba
Lake Batur
Cuba II
Bangkok
Wieder Zurück
K's Amok
Der Tag danach
Ernst im Cafe
Montag im Büro
Laufen mit Joachim
Abend mit Eva
Lomi Lomi
Handgemachte Seifen
Seifen Herstellung
Besondere Geschenke
Aromatherapie
Seifen - die Geschenkidee.
Informationen
Links
Fotogalerie
Unternehmen
Suche | Sitemap | Kontakt

Joachim

| Erinnerung an eine alte Zeit |

Kennenlernen Joachim

"Do you feel allright...." Jeff Beck's Stimme dröhnt verzerrt durch den Raum. "Einen "Black Label bitte, straight". Es ist bereits kurz nach 23.00h und ich stehe gerade eine Minute an der Bar. Das Lokal ist gesteckt voll und selbst wenn ich vorgehabt hätte nach Johanna zu schauen wäre es sinnlos gewesen.

Wir hatten uns nichts ausgemacht. Es war nicht notwendig, wir würden uns wieder sehen.

Der Whiskey verbreitet ein angenehmes Warm im Magen, ich stecke mir eine Zigarette an, links und rechts drängen sich die Leute an die Bar um Getränke zu bestellen. Ständiges schieben und drängen. Ich sehe Joachim am anderen Ende der Bar, aus dem Augenwinkel heraus scheint er mich zu beobachten, lässt es aber bleiben, sobald ich in seine Richtung sehe. Sinnlos hier zu bleiben. Ich kippe den restlichen Whiskey hinunter und zahle. Der Weg über die Tanzfläche zum Ausgang ist ein einziges Drängen, Stoßen, Rempeln. Endlich erreiche ich den Eingangsbereich mit der Garderobe. Johanna gibt gerade Ihre Jacke ab. "Hallo" "Hallo". Sie umgreift mit beiden Armen meine Hüfte, drückt Ihren Kopf fest an meine Brust um mich anschließend an der Hand zurück ins Lokal zu führen. "Du bleibst doch noch" Es ist mehr Feststellung als Frage, so gebe ich auch keine Antwort und lasse mich durch die Menge bugsieren. "Hat Dir Joachim nicht gesagt dass ich nur kurz einen Freund, nach Hause geführt habe?" "Nein, hat er nicht, aber er kennt mich ja nicht". "Doch, er hat dich hier und im Kaffee gesehen, er beobachtet immer jeden und alles, ich habe Ihm gesagt, dass wir Sonntag zusammen waren und er wusste sofort wen ich meine, hat dich wohl nicht gesehen". "Wahrscheinlich" log ich. "Er wartet sicher an der Bar"

"Also das ist mein Bruder Joachim" Mit festem Griff schüttelt er mir die Hand und brummt etwas wie `..sollte dir war ausrichten, habe dich aber nicht gesehen`.

„Was wollt ihr trinken?" Johannas frage klingt nach Einladung und lässt Joachims Miene etwas freundlicher werden, trotzdem vergewissert er sich "Heißt das, du zahlst?" "Mache ich" Joachim übernimmt das Bestellen "Ein Bier für mich, und du." "Ja ich nehme auch eines" "Johanna?" "Einen Orangensaft" Johanna zahlt und lehnt sich mit dem Rücken an die Bar, zwischen Joachim und mich. Johanna bittet mich um eine Zigarette und ich biete auch Joachim eine an. "Unser Sportler raucht nicht, der säuft nur". "Blödsinn, ein paar Biere am Wochenende sind sogar gut fürs Training".

Johanna schüttelt den Kopf und verlässt uns Richtung Tanzfläche. Ich bleibe mit Joachim an der Bar.

"Was trainierst du?". „Trainieren ist nicht ganz richtig, ich geh laufen." „Oft?" „Fast täglich zwischen fünf und acht Kilometer, außer Sonntag, da schlafe ich lange oder gehe zeitig photographieren, je nachdem wie spät es wird am Vortag".

Photographieren ist sein Hobby und er arbeitet gerade an den Bildern für eine Ausstellung in einer lokalen Bankfiliale. Es ist so etwas wie ein Landschaftsfotograph und lässt sich offensichtlich nur von samstägigen Saufereien, jedoch niemals vom Wetter davon abhalten, durch die Gegend zu stapfen und Bäume, Büsche, Wiesen, Wälder auf Film zu bannen.

Mein geheucheltes Interesse ermutigt ihn und er lässt sich dazu hinreißen, mich für morgen einzuladen. Fotos schauen, ein paar Drinks und das ganze zur besten Musik der Welt - Jazz, aber nicht Dixilandscheiss. Freejazz vom Feinsten. Das kann ja heiter werden, denke ich mir. Aber er bringt mich auf direktem Wege in die Höhle des Löwen. Strike!

Johanna kommt zurück und drängt sich zwischen uns. Wir stehen dicht an dicht und ich spüre Ihre Oberschenkel warm an meinen. Sie schenkt mir einen schwarzbraunen Blick mit Augenaufschlag. Auf meine Frage nach einer weiteren Runde verkündet Joachim er möchte jetzt gehen. Johanna hält ihm die Autoschlüssel vors Gesicht. "Hier, nimm dir den Wagen und fahr schon mal, ich bleib noch." "Ich fahre sicherlich nicht wenn ich getrunken habe" Bockig macht er klar, wer das Sagen hat. Ein leichter Versuch der Gegenwehr wird sofort im Keim erstickt .Er zieht ein Gesicht "Hätte ich dass gewusst wäre ich mit meinem Wagen gefahren und hätte nichts getrunken" Johanna hebt in einer hilflosen Geste beide Arme "War ein kurzer Abend, wann sieht man sich?". Joachim klärt auf "Bleib ganz ruhig. Er kommt mich sowieso morgen besuchen, bleibt doch dabei?" "Sicher" "...so um 15.00h" "So um 15.00h". Er beschreibt mir noch kurz wie ich zu ihnen finde, schüttelt mir die Hand und geht. Johanna steht noch neben mir "Sorry" Sie küsst mich auf die Wange, seufzt und folgt ihrem Bruder.

Das Haus liegt am Ende einer schmalen, steilen Gasse am Stadtrand, dahinter gleich Felder und Wiesen. Das Dach wirkt als ob man zwei Spielkarten aneinander gelehnt hätte, die vom darunter stehenden Haus etwas angehoben werden. Es ist ein einstöckiges Haus mit ausgebauter Mansarde und zwei großen Balkonen, die jeweils über die gesamte Vorderseite reichen. Rechts davon eine Garage mit Flachdach für zwei Autos, in der Zufahrt parkt Johannas Wagen. Vorm Haus ist ein kleiner Garten, Rasen, eine Hecke und Holzzaun. Ich gehe durch das Gartentor, welches unversperrt ist und läute an der Eingangstür. Ich höre Schritte und die Türe öffnet sich, es ist Rosa. Sie trägt einen blaugrauen Hausmantel der fast zu den Knöcheln reicht und bis unter das Kinn geknöpft ist.

"Guten Tag". Sie streckt mir Ihre kleine zerbrechliche Hand entgegen und ich erwidere ihren Hauch von Händedruck viel zu stark. "Sie kommen zu Joachim" Der Vorraum ist hell und geräumig, am Ende führt eine Treppe in das Obergeschoss und über diese Treppe kommt Johanna. "Hallo" "Komm, ich zeige dir Joachims Zimmer". Sie bleibt auf halber Höhe stehen und ich steige die Stufen hoch. Sie geht zwei Schritte vor mir und als wir außer Sichtweite von Rosa sind nimmt sie meine Hand und drückt sie kurz an sich. Vom ersten Stock geht es weiter in die Mansarde. Von einem schmalen Gang führen insgesamt drei Türen in weitere Räume. Johanna klopft an eine der Türen aus der das schrille Kreischen eines Saxophons dringt. Joachim öffnet und bittet uns hinein. Die Einrichtung besteht hauptsächlich aus zwei großen Boxen, ein Regal mit Plattenspieler, Verstärkern, Bandmaschine, CD-Player. Die seitliche Wand füllt ein weiteres, bis zur Decke reichendes Regal voll mit Schallplatten, CD’s und Bändern. Gegenüber dieser überdimensionierten Musikanlage, die besser in ein Studio, als ein mittelgroßes Zimmer gehört hätte, befindet sich ein Sofa, zwei Polstersessel und dazwischen ein Couchtisch. Die Rollos an der Flügeltür zum Balkon sind halb heruntergelassen, um nicht von der tief stehenden Sonne geblendet zu werden. Johanna setzt sich auf die Bettbank und deutet mir, mich neben sie zu setzten.

"Arthur Blythe - magst du Jazz?" "Habe mich bis jetzt nicht damit befasst". "Man muss sich damit auseinander setzten um ihn zu verstehen. Die besten Musiker sind Jazzmusiker, sie müssen das Instrument komplett beherrschen, nicht wie bei den Popheinis, ein paar Griffe auf der Gitarre und du kannst in einer Band spielen." Johanna grinst und äfft seine Kopfbewegungen nach. "Du jedenfalls kapierst das nicht". "Hauptsache du verstehst alles". Sie dürften das schon unzählige Male durchgespielt haben, es ist nichts Bösartiges in ihrem Geplänkel. Das Saxophon lässt seinen Improvisationen freien Lauf und Joachim baut Leinwand und Diaprojektor auf, richtet Schachteln mit in Schienen geordneten Dias und bietet mir einen Whiskey an. "Black Label, straight?" "Gerne".

Joachims führt uns mit seinen Bildern durch wunderschöne Landschaften aller vier Jahreszeiten, eines technisch perfekter photographiert wie das andere, die meisten jedoch ohne Spannung. Klinisch. Dazischen eine Serie vom Urlaub. Griechenland. Ein wenig von Rhodos, Kreta und Korfu. Abschliessend dann Mykonos. Postkartencharm. Bunt und schön.

Er referiert über zu verwendende Filme, mit welchen Objektiven die Bilder gemacht wurden und meist auch noch Blende und Belichtungszeit. Mit einer mir selbst unheimlichen Geduld lasse ich alles über mich ergehen. Die Rettung kommt nach einer kleinen Ewigkeit von Johanna, die vorschlägt, eine kleine Pause zu machen und eine Jause zu nehmen. Gerne. Wir gehen in das Erdgeschoss, wo sich eine Küche mir Essecke befindet. Wir essen Wurstbrote, die Johanna liebevoll herrichtet. Joachim erzählt weiterhin enthusiastisch von seinem Hobby.

Das Schließen des Haustores lässt ihn innehalten. Rosa und K. sind vom Sonntagsspaziergang zurück. Joachim wird einsilbig und auch Johanna wirkt angespannt.

Einigen Minuten und K. kommt, gefolgt von Rosa, in die Küche. Kurzer fester Händedruck. K. ist gut 1.95m, dicke, kräftige Arme und Beine, fester Bauch. Schütteres graues Haar, faltiges Gesicht mit hängenden Mundwinkeln. K. setzt sich an den Tisch, Rosa bleibt dahinter stehen. "Soll ich dir aus etwas richten, ein paar Brote vielleicht?". "Gehen wir nicht nach dem Theater essen?" "Dachte bloß" "Du solltest besser beginnen dich fertig zu machen, ist nicht mehr soviel Zeit und du brauchst sowieso immer ewig" Rosa verdreht resignierend die Augen und geht, K. nimmt sich eines der belegten Brote und kaut lustlos daran herum. "Wir werden dann wieder rauf gehen".

K. mustert mich, versucht ein Lächeln. "Wegen mir müsst ihr nicht gehen". "Nein, sind nur schon fertig, wollen uns die Dias von Joachim fertig ansehen" "Der große Fotograph hat sich Publikum geladen". Joachim steht als erster auf, wir folgen Ihm. "Auf Wiedersehen". "Wiedersehen".

Das war also K. Ich habe Ihn mir nicht so groß vorgestellt. Er mag vielleicht Ende Vierzig sein. Kraft, mit einer Spur von unberechenbarer Gewalttätigkeit. Uneins mit sich selbst. Es wird sich trotzdem nichts ändern.

Die weiteren Dias waren Gottseindank nur ein Vorwand zum Gehen - Joachim erklärt den Dianachmittag für beendet und ruft zum allgemeinen Aufbruch ins Kaffeehaus auf. Ich wäre noch gerne im Haus geblieben. K.´s Energie aufgenommen, ihn gespürt. Aber im gleichen Masse wie ich wegen K. gerne geblieben wäre, wollen die beiden dringend aus dem Haus.

Im Kaffeehaus erwartet uns einer von Joachims Freunden. Ich hatte ihn schon vor einer Woche mit ihm gesehen und er wird mir jetzt als Ernst vorgestellt wird. Ernst zeigt offen seine Verwunderung, mich im Schlepptau von Johanna und Joachim zu treffen. Offensichtlich haben ihm die Beiden nichts von unserer Bekanntschaft erzählt. Ernst ist etwas älter als Joachim und Johanna, hat kurze, rotbraune Haare und ein rundes Gesicht. Er ist unmerklich größer als Johanna und etwas übergewichtig. Joachim muss Ernst detailliert über Samstagabend und Sonntag berichten. Ernst musste offensichtlich ein berufliches Projekt zu Ende bringen und dadurch das Wochenende mit Arbeit verbracht.

Schön langsam habe ich von der Wochenendschau genug und das Kribbeln in meinen Zehen ist das Zeichen, dass es Zeit ist zu gehen. Johanna spürt die aufkommende Unruhe und teilt der Runde mit "Ich möchte dann schön langsam gehen". Sie deutet der Kellnerin, dass sie zahlen möchte. "Gehst du auch schon" wendet sich Ernst an Joachim und unterbricht damit seine eigenen Fragen zum Verlauf des Wochenendes. "Was soll ich hier, und im Übrigen sind wir mit einem Auto da". Joachim nimmt ihm die Frage scheinbar übel. "Komm, ich lad dich auf ein Bier ein und dann bringe ich dich nach Hause" Ernst versucht Joachim zum Bleiben zu bewegen und die Aussicht auf Freibier lässt Joachim seine Meinung ändern. „OK; aber nur auf eines, und was ist mit dir, bleibst du auch noch auf ein Bier?" Joachim wendet sich an mich.

Die Frage kommt für mich und Ernst überraschend. „Nein, werde mit Johanna gehen". Ernst ist sich nicht sicher ob er sich über meine negative Antwort freuen oder über die Frage von Joachim ärgern soll. Wir zahlen und verabschieden uns.

"Kommst du noch auf einen Sprung zu mir?" Die Frage von Johanna überrascht jetzt mich. "Was sagen deine Eltern?" "Hast du nicht gehört, dass sie im Theater sind". Doch dass hab ich. Also fahren wir zu Johanna.

Ihr Zimmer ist geschmackvoll, funktionell eingerichtet, Designersitzbank, ein Kunstdruck von Roy Lichtenstein. Einige kleine Skulpturen auf einer schwarzen Lackkommode.

"Etwas zu trinken" "Ein Glas Wasser, bitte" Ich setzte mich auf die Sitzbank, Johanna legt "Talking Heads" auf und lümmelt sich neben mich. Ihre rechte Schulter berührt leicht meinen linken Schenkel. "Du hast bereits einen zweiten Fan" "Ahm.." "Joachim, er mag dich, hat die ganze Heimfahrt am Samstag von dir gesprochen". "Und wer ist der erste, Ernst kann es wohl nicht sein". "Nein, Ernst sicher nicht, eher das Gegenteil". Sie setzt sich auf, streicht die Haare zu einem Zopf, streckt sich weit nach hinten, lässt die Haare fallen beugt sich nach vor und nimmt mein Gesicht in ihre Hände. Sie drückt ihre leicht geöffneten Lippen auf meinen Mund, knabbert leicht an meiner Unterlippe. Ich spüre Ihre Zunge die meine erwartend , Ihr offenen Lippen stülpen sich über meine, ihr weicher Körper drückt, schiebt, reibt sich gegen meinen. Hände überall. Streichelnd, tastend, erforschend, fordernd und reizend. Johanna öffnet den Gürtel meiner Hose, ich schiebe ihr den Pulli hoch. Feste Brüste, weiche, weiße Haut. Schenkel, Nacken, Hände, Rücken. Längst hat das Denken aufgehört, sich alles auf uns zwei reduziert, die aufeinander prallen, sich entfernen, halten, klammern, streicheln und sich im nächsten Moment bekämpfen. Explodierende Unendlichkeit.

Wie zwei Kinder in ihrer Nackheit aneinandergekuschelt liegen wir auf der Bank und teilen uns eine Zigarette. "Ich muss dich leider jetzt hinausschmeißen, meine Eltern werden bald kommen". Ich nehme einen tiefen Zug, setzte mich auf, drücke die Zigarette aus und beginne mich anzuziehen. Johanna geht ins gegenüberliegende Bad und kommt in einem flauschigen Bademantel zurück. "Ich hätte wirklich gerne dass du bleibst, aber weißt du, meine Eltern..." Sie legt Ihren Arm um mich, wir küssen uns, gehen die Treppe hinunter. Ein letzter Kuss vor der Eingangstür. Es ist kalt, sie fröstelt, schließt die Türe hinter mir und ich höre sie durch das Vorzimmer gehen

In den nächsten Wochen verbrachten wir viel Zeit zusammen, zu zweit - ich mit Johanna oder Joachim und auch zu dritt. Joachim gab mir eine umfassende Einführung in die Welt des Jazz, wobei sich diese Welt bei Joachim eher auf "Freejazz" und dessen Ursprung, den Einfluss- und Randgebieten beschränkt.

Er führte mich sehr behutsam - von Weather Report zu Miles Davis und weiter zum frühen John Coltrane. Ich folgte ihm geduldig über "A Love Supreme" zu seiner "Ascention", fand Geschmack an den Liveaufnahmen des Ornette Coleman Trios in Stockholm, entdeckte mit ihm Arthur Blythe und James "Blood" Ulmer und ließ mich vom "Art Ensemble of Chicago" beeindrucken.

Johanna teilte diese Musikstunden selten mit uns, da es sie schlichtweg nicht interessierte. So viele Stunden Jazzgeschichte mir Joachim bescherte, so viele Stunden ungestörter Zweisamkeit ermöglichte er Johanna und mir.

Durch Joachim hatte ich ungestörten Zugang zu Johanna. Es war ein ums andere mal erregend, Rosa und K. ahnungslos einen Stock tiefer zu wissen, während wir hemmungslos unsere ersten Wochen auskosteten.

Die sonnigen Herbsttage wurden immer seltener, kalte, nebelfeuchte Tage waren an der Überzahl, kündigten den nahen Winter an.

"Wollen wir nicht ein wenig spazieren gehen?" Joachim steht unvermittelt mit dieser Frage im Zimmer. Johanna und ich sitzen am Sofa, Tom Waits besingt sein "Jersey Girl". Kurz davor waren wir noch im Halbschlaf ineinander versunken. Zum Glück war es Joachim der die Tür öffnete und mit Unschuldsmine etwas von einer Platte faselte, die vielleicht bei Johannas Platten sein könnte aber er wollte nicht stören und werde sich gleich wieder verziehen. Johanna meinte er solle doch bleiben, er störe jetzt nicht mehr und das nächste mal werde sie die Tür abschließen, um sich nicht nochmals der Gefahr eines plötzlichen Herztodes auszusetzen, der sie bei der Vorstellung, es wäre K. gewesen, fast ereilt hätte.

"Also, wollen wir nicht raus fahren und spazieren gehen?" Joachim wiederholt seine Frage, nachdem die erste unbeantwortet blieb. Ich nicke und Johanna stimmt mit einem "Warum nicht, bin in fünf Minuten fertig" zu.

Im Vorgarten treffen wir Rosa, die welke Blätter zusammenrecht und in einen Weidenkorb stopft. "Gehen etwas spazieren" "Etwas Luft wird euch gut tun nachdem ihr den ganzen Tag in euren Zimmern hockt. Ich war gerade hinterm Haus und sooft ich den Baum sehe, wie der auf das Dach drückt und es schön langsam kaputt macht, werde ich aufs neue zornig. Seit vorigem Oktober verspricht er mir, dass er ihn um schneiden wird. Nichts. Zuletzt sagte er nächste Woche, um jetzt wieder eine Ausrede zu finden". "Machen wir es doch alleine" Joachim blickt mich fragend an. "Könntest du uns nicht auch helfen?" "Kann schon, kein Problem". "Das ist toll. Abgemacht, am besten wir fangen zeitig in der Früh an". Rosa ist begeistert, würde am liebsten gleich beginnen.

"Vielleicht nicht ganz so zeitig, kann ja keine große Sache sein" versucht Joachim einen Teil seines Samstagvormittagschlafes zu retten. "Wirst ja einmal früher aufstehen können, zum Photographieren schaffst du es ja auch". Rosa lässt nicht mit sich handeln und wendet sich zufrieden dem letzten Rest welker Blätter zu. Wir steigen in Joachims Wagen um aus der Stadt zu fahren.

website by itellico Julian Riedinger | Yoruba | Mojito | Bauen | Kinderprogramm - Kinder in Wien | Nageldesign - Kunstnagel - Nagelstudio | Weisser Tee | Eintrittskarten Sehenswürdigkeiten Wien Online kaufen | Zahnarzt 1010 Wien | HRV Herz-Raten-Variabilität | 3FF_mircroSIM_Mini-UICC_adapter | Phoenix Cuvee Mittelburgenland Reumann | it_consulting_beratung_unterstuetzung_projekte | Geschäftsprozesse – „Business Process Reenginieering“ | Business Intelligence - Daten Sammeln Auswerten und Darstellen | Systemintegration innerhalb des eigenen Unternehmens | Hilfe bei Errektionsstörungen - Kamagra - das natürliche Viagra | Newsletter | Tommaso Albinoni