K.'s Amok Johanna fährt den Wagen die Gasse hoch. Ein paar Minuten und siwe wird wissen, was ihr nächtliches Fernbleiben bewirkt hat. Sie hat kam den Wagen abgestellt als Joachim aus dem Haus auf sie zu kommt und sie hinter die Garage zieht. „Bist du komplett durchgeknallt. Wo kommst du her? K. ist seit 07.00h unterwegs und sucht dich. Sei froh dass er dich nicht gefunden hat. Der hat echt Schaum vorm Mund. Wo warst du die ganze Nacht?". Also doch schlimmer als erwartet. Johanna lässt Joachim stehen und geht ins Haus. Rosa sitzt in der Küche. Ein zusammengekauertes Häufchen Elend. „Kind, was denkst du dir? Willst du uns alle ins Elend stürzen? Als ob alles nicht schlimm genug wäre. Als ob nicht genug wäre, dass er ständig auf Joachim losgeht. Jetzt musst du auch noch beginnen." „Aber ich bin 24 Jahre alt, ich verdiene mein eigenes Geld und werde verdammt noch mal schlafen können wo ich will". Johanna wirkt sehr bestimmt und Rosa verliert komplett die Fassung. „Ich mach was ich will, und ich mach auch was ich will. Aber was mache ich? Was kann ich machen?" Tränen kullern aus den wässrigen Augen, die kleinen Fäuste klopfen kraftlos auf den Tisch. „Was kann ich machen, ich kann nicht davon, ich hab ihn jeden Tag, ich muss ihn jeden Tag ertragen. Aber das ist dir und deinem Bruder egal. Jedem ist es egal, was aus mir wird." Sie weint still in sich hinein. Johanna stellt sich hinter sie und legt ihr zaghaft eine Hand auf die Schulter. „Was führst du eigentlich auf?" Joachim steht in der Küche. „Hauptsache du hast dein Vergnügen gehabt, was mit uns wird, ist dir ja egal." Joachim schiebt Johanna beiseite und legt seinen Arm um Rosa's Schulter. „Du wirst schon sehen, wir kriegen das hin. Wir schaffen das schon. Wenn wir beide zusammen helfen geht sich das aus. Wir kriegen das hin. Ganz sicher." „Was kriegen wir hin?" Johanna kennt sich nicht aus. „Rosa wird sich Scheiden lassen, und Schluss mit dem Theater. Oder sie geht vor die Hunde". Rose hebt abwehrend die Hände „Jetzt warte einmal ab. Es wird schon wieder besser. Es ist immer wiender besser geworden. Er beruhigt sich schon wieder. Glaubst du das Davonlaufen ist so einfach? Wo soll ich wohnen, von was soll ich leben? Wer würde mir schon Arbeit geben? Es wird sich alles wieder einrenken. Wird wieder gut werden. Scheiden lassen, bevor sich der Scheiden lässt bringt er uns alle um, zumindest mich einmal. Schöne Aussichten. Da bleibt nichts über, da muss ich durch". „Der wird einen Dreck jemanden umzubringen, der wird genau niemanden umbringen, da kannst du dir sicher sein, niemanden wird der umbringen, der Sack. Und nichts wird sich einrenken, es wird von Tag zu Tag schlimmer. Und jetzt auch noch das kleine Flittchen, der ihr Vergnügen über alles andere geht." Joachim steigert sich immer mehr rein. „Sprich so nicht über deine Schwester. Zumindest ihr müsst zusammenhalten, zumindest ihr. Versprecht es, versprecht es jetzt und hier." „Er meint es ja nicht so". Johanna versucht zu beschwichtigen. „Ich mein es so wie ich es sage". Joachim stampft unversöhnlich die Treppe hoch in sein Zimmer. Johanna sitzt mit Rosa am Küchentisch, hält ihre Hand. „Willst du dich wirklich Scheiden lassen?" „Ach wo, wollen. Ich will in Ruhe gelassen werden, ich will nicht jeden Tag Angst haben. Angst was heute wieder sein wird. Ich will nicht für alles verantwortlich sein, will nicht an allem Schuld sein". Rosa laufen erneut die Tränen über die Wangen. „Ich bin mit den Nerven am Ende. Ich brauche Ruhe. Ich kann so nicht mehr. Weiss nicht, was letzte Zeit mit ihm los ist". Johanna geht auf ihr Zimmer, holt sich frische Wäsche und geht dann ins Bad. Sie lehnt unter der Dusche an den kalten Fliesen. Heiß lässt sie das Wasser über den Kopf, die Schultern den ganzen Körper rinnen. Sie denkt an die letzte Nacht, denkt daran wie wohl sie sich fühlte, wie toll es ist zusammen einzuschlafen, zusammen zu frühstücken. Mit der eigenen Wohnung wird das alles perfekt sein. Tun und machen können was man will. Perfekt. Einfach perfekt. Der Gedanke daran macht Freude und sie vergisst für ein paar Augenblicke das ganze Chaos rundherum. Johanna steigt gerade aus der Dusche als sie K. durchs Haus poltern hört. „Wo ist die Hure, wo ist sie, damit ich ihr gleich den Hals umdrehen kann". K. brüllt dass die Wände wackeln. „Wo ist sie?" „So lass sie doch, beruhige dich doch". Rosa versucht sich K. in den Weg zu stellen, was K. nicht einmal bemerkt. Er geht einfach durch sie durch. Rosa stürzt auf den Boden, bekommt noch K.'s Fuß in die Seite und schon tobt er die Treppe hoch in Johannas Zimmer. Die Sekunden, in denen K. die Türe aufreißt, das Zimmer kurz überblickt und feststellt, dass Johanna nicht hier ist, diese Sekunden nutzt Johanna um im Bademantel aus dem Bad raus und die Treppe hinunter zu stürmen, kurz stehen zu bleiben. Ganz kurz, denn einen Augenblick später taucht K. am Treppenansatz auf, von wo er sie erblickt. „Verschwinde aus meinem Haus, du Hure, ich will dich hier nicht wieder sehen. Raus, raus, mir so etwas anzutun." Er poltert die Treppe hinunter. Johanna durch den Flur, schnappt im Vorbeilaufen ihre Handtasche, Autoschlüssel raus, Haustor auf, in den Wagen und hat nicht einmal den Gang eingelegt als K. schon aufs Dach trommelt. „Fahr ja nicht weg, trau dich das ja nicht" Johanna gibt Gas und lässt K. händeringend zurück. Kurz steht er so auf der Gasse, Hände leer in die Luft gereckt wie zwei abgestorbene Äste. Dann wird im die Lächerlichkeit seiner Pose bewusst und er wendet sich brüllend dem Rest seiner Sippe, wie er sie nennt, zu. „Wo versteckt ihr euch, los, wo seid ihr. Als ob ich ein Verbrecher wäre und nicht der Vater. Mit was hab ich mir das verdient". Rosa macht den Fehler und zeigt ihren Kopf in der Küchentür. „Wir verstecken uns nicht, wir sind in der Küche". „Was hast du da aufgezogen, eine Hure und einen Taugenichts. Und das alles unter meinem Dach, mir reichts, ich sag euch mir reichts. Mir reichts - mir reichts - mir reichts". Mit jedem „mir reichts" schnappt er sich ein Etwas und zertrümmert es. Erst einen Sessel, indem er ihn auf den Küchentisch schmettert und dabei die Küchenlampe stark lädiert. Dann erwischt er die Mikrowelle beim Kabel, welches er aus der Wand reißt und damit die Mikrowelle gegen die Ceranplatte des Elektroherdes peitscht. Mit dem nächsten „mir reichts" wischt er die Kaffeemaschine auf den Boden und letztlich schnappt er mit beiden Händen die Brotschneidemaschine, hebt sie über den Kopf und befördert sie mir einer Wucht auf die Fliesen, dass diese in feinem Keramikregen zerbersten. Joachim und Rosa haben sich halb hinter den Kühlschrank geduckt und harren der Dinge. K. hält kurz inne. Schaut, ob die Verwüstung halbwegs reicht, dreht sich um und verlässt die Szene.
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