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Merires Frau Merire bekam schon sehr bald Nachricht von Menech. Nicht direkt. Der Vorarbeiter holt ihn zu sich und teilte mit, dass er ab sofort im Inneren des Tempels Deir el-Bahari arbeiten werde. In dem Teil, zu dem nur wenige Zugang hatten und wo die Arbeit gleich doppelt so gut bezahlt wurde. Merire war froh, dass er sich für Menech entschieden hatte. Er hatte nicht damit gerechnet, dass er schon so bald die Früchte ernten würde. Die Früchte wovon eigentlich? Er hatte ja nicht einmal etwas dafür tun müssen.Die Arbeit im Inneren des Tempels war die Selbe wie die Arbeit die er jetzt auch machte, nur genoss sie bei allen viel höheres Ansehen, wahrscheinlich weil wenige dort arbeiten durften. Nur die Besten wurden dazu herangezogen. Und zu diesen gehörte er jetzt. Ipui und Paneb würden leider nicht ins Innere kommen. Einerseits Schade, weil sie viel von seiner Arbeit übernommen hatten und viel fleißiger, geschickter waren als er, andererseits zeigte es wieder, dass er eben zu Höherem geboren ist. Hätte er Menech fragen sollen, was mit den beiden ist? Ob sie nicht mit ihm kommen können? Man hätte geglaubt er sei undankbar, vermessen. Und die beiden hätten geglaubt, es stünde ihnen zu. Sie würden genau so geschätzt wie er, Merire, der sich mit Menech verbündet hatte. Es war gut wie es war. Jedem das seine. Stolz und freudestrahlend überbrachte er Ipui und Paneb die Nachricht und die beiden freuten sich, als ob sie befördert worden wären. Sie umarmten Merire und herzten ihn. Merire war das unangenehm. Was erhofften sie sich davon, dass er befördert worden war? Komische Gesellen. Es wird ihnen keinen Vorteil bringen. Aber was soll es. Die beiden freuten sich wie kleine Kinder. Er hätte sich diese Beförderung längst verdient und es ist nur gerecht, dass er sie jetzt auch bekommen hat, meinten sie. Was hatten sie denn für einen Ahnung, wie solche Beförderungen abliefen, welche Beziehungen notwendig waren und mit wem er sich mittlerweile verbündet hatte. Sie hatten einfach keine Ahnung. Schon am nächsten Tag arbeitete er an seiner neuen Arbeitsstelle. Genau so wie vorher bekam er Musterstücke vorgelegt und musste dann eine gewisse Anzahl davon fertigen. Früher teilte er sich diese Arbeit mit Ipui und Paneb, welche den Grossteil erledigten, er hatte Zeit sich umzusehen, zu schauen was es neues gab, sich einen ruhigen Tag zu machen. Die jetzigen Mitarbeiter schauten nur auf sich und Merire musste ganz schön dazu sehen, dass er auf sein Tagessoll kam. Man hatte ihn befördert und er wollte nicht, dass es vielleicht zu Beschwerden bezüglich seiner Arbeit kam. Niemals zuvor war er am Abend so geschafft, wie nach den ersten Tagen im Tempel. Er war es einfach nicht gewohnt so viel zu arbeiten. Ipui und Paneb traf er am Abend bei ihrer gemeinsamen Schlafstätte. Sie teilten sich zu Dritt einen Verschlag, der aus einem Strohdach und halbhohen Lehmwänden bestand und gut vor Regen und Wind schützte. Die beiden waren guter Dinge und fragten ihn Löcher in den Bauch. Er teile nur kurz mit, dass es ihm bei Strafe verboten ist, darüber zu reden, was die beiden enttäuscht zurück ließ. Es war die halbe Wahrheit, sie verschaffte ihm aber Ruhe von den beiden. Wenige Wochen nach seiner Beförderung teile ihm sein Vorarbeiter mit, dass er ihn nach Arbeitsschluss bei der Abgabestelle der Werkzeuge erwarten würde. Jeden Abend wurden die Werkzeuge abgegeben und am nächsten Morgen wieder ausgegeben. So wurde verhindert, dass diese wertvollen Stücke abhanden kamen. Was aber trotzdem immer wieder geschah, und man sie dann am Markt von Theben wieder fand. Merire hatte keine Ahnung was das nun wieder zu bedeuten hatte, Angst machte es ihm diesmal nicht. Seit dem Gespräch mit Menech hatte er nie wieder Angst verspürt, zu mächtig war die Hand, die ihn beschützte. Der Vorarbeiter erwartete ihn wie ausgemacht und nachdem Merire sein Werkzeug abgegeben hatte gingen sie los. Merire folgte ihm einfach. Nach ein paar Metern blieb der Vorarbeiter stehen und legte seinen Arm freundschaftlich um Merires Schultern. „Du hast dich gut eingearbeitet und ich bin sehr zufrieden. Da haben wir wirklich eine gute Kraft dazu bekommen. Weiter so." Merire freute sich, dass alles zur Zufriedenheit verlief. War es das gewesen. Hatte der Vorarbeiter deswegen auf ihn gewartet? Merire konnte es sich nicht vorstellen, trabte aber weiterhin neben seinem Vorarbeiter her in Richtung der Siedlung wo sie alle wohnten. „Du fragst dich wahrscheinlich warum ich dich gebeten habe, mit mir zu kommen?" Merire nickte. „Ich möchte dass du mit mir nach Hause kommst und ich dich mit jemand bekannt mache. Wir trinken und essen gemeinsam und haben einen schönen Abend, was hältst du davon?" Merire nickte zustimmend. „Ja, gerne. Ist mir eine große Ehre." „Schon gut" Der Vorarbeiter klopfte Merire erneut auf die Schulter. Sie gingen den gleichen Weg, den Merire sonst auch ging, nur dort wo er dann rechts zu den Arbeiterbaracken abbog, gingen sie heute links vorbei und weiter Richtung Flussufer, wo die Häuser der Beamten, der Vorarbeiter und der Höhergestellten waren. Die Siedlung war von einer Mauer umgeben und in den engen Gassen herrschte reges Treiben. Merire war schon zweimal hier gewesen, mal was zu holen und mal was zu bringen. Sonst hatte er hier nichts verloren, es war nicht seine Welt. Beim Haus des Vorarbeiters angekommen stellte er ihn den Anwesenden vor. Sie waren alle von der Baustelle beim Tempel, er kannte sie vom Sehen. Vorm Haus hatten sie es sich gemütlich gemacht, tranken Bier aus Krügen und waren guter Dinge. Der Vorarbeiter hatte Merire neben Pescharu, einem anderen Vorarbeiter gesetzt. Er selbst verschwand im Haus und kurz darauf kam seine Frau mit einer Tonplatte, auf der sich gebratene Flugenten befanden. Sie stellte sie in die Mitte und war schon wieder weg. „Was wird hier gefeiert?" Merire wandte sich an Pescharu. Fleisch gab es nur zu besonderen Anlässen, zumindest im Leben von Merire. „Gefeiert? Wir feiern dass die Arbeit des Tages getan ist. Wir arbeiten schwer für den Einen und er sorgt gut für uns". Wir arbeiten auch schwer für den Einen, dachte Merire, aber Fleisch einfach so, das gab es für ihn nicht. „Merire, ich hab schon viel von dir gehört" setzte Pescharu das Gespräch fort. „Man hat dich erst vor kurzem in den Tempel geholt. Auf höchster Anordnung sagt man." Merire wusste nicht was das sollte und blieb ungerührt. „Wenn jemand auf Wunsch von Menech versetzt wird, dann heißt dass meist viel Gutes für denjenigen." Pescharu nahm einen tiefen Schluck Bier und wischte sich den Mund mit dem Handrücken ab. Merire schwieg weiter. „Also wird dir wohl noch viel Gutes bevorstehen" Pescharu nahm einen tiefen Schluck und lachte schallend. Merire wusste nicht wie ihm war. Er fühlte sich unwohl hier, wartete dass man endlich damit herausrückte, was man von ihm wollte. „Wohnst du noch draußen bei den Arbeitern?" Merire nickte wiederum. „Das heißt, du hast auch noch keine Frau, oder?" Pescharu hatte sichtlich Spaß am Verhör, die anderen lauschen und Merire wollte nur noch gehen. „Nein, ich habe keine Frau" Was wollte er ihm jetzt sagen, dass er in der Barackensiedlung wohnt, keine Frau hat und auch sonst nichts? Wollte er sich über ihn lustig machen? Ihm klar machen, dass auch seine Protektion durch Menech aus ihm nicht mehr als einen kleinen, armseligen Arbeiter machte. War es das? Ihn zu demütigen. „Sag, Pescharu, was soll das alles, was fragst du mich Löcher in den Bauch? Ich habe genug von deiner Fragerei und werde jetzt gehen" Merire fühlte Zorn aufsteigen. Was bildet sich dieser Kerl nur ein, sich hier wichtig zu machen. „Merire, so bleib doch noch ein Weilchen, ich wollte dich nicht ärgerlich machen. Ganz im Gegenteil. Pescharu war plötzlich ganz Ernst und freundlich. „Warum ich soviel frage ist, weil ich selbst drei Töchter habe und die Erste jetzt zu verheiraten wäre. Und da habe ich mir gedacht, ob du nicht vielleicht Interesse hättest?" Wenn Merire mit allem gerechnet hatte, damit nicht. Ein Vorarbeiter will ihn mit seiner Tochter verheiraten. Mit ihm, Merire, der von sich dachte, dass er niemals eine anständige Frau bekommen würde. Jetzt ärgerte er sich über sein Aufbrausen. „Aber wenn du kein Interesse hast, bitte sag es frei raus." „Doch, Pescharu, doch, ich habe des öfteren schon daran gedacht mich zu verheiraten. Nur muss ich wohl vorher dafür Sorge tragen, dass meine zukünftige Familie etwas zum wohnen hat, oder?" „Um ehrlich zu sein, ich habe da etwas gehört" Merire war gespannt, was als nächstes kommen würde. „Menech hat meinen Freund ersucht, sich um ein Haus für dich umzusehen und er hat bereits etwas im Auge. Einer der Schreiber wird nach Assuan gehen und sein Haus wird frei. Sobald die Anordnung von Menech kommt, ist es dein". Merire konnte das alles nicht fassen. Heute Morgen noch auf Stroh gebettet soll er schon bald neben seiner Frau in einem Haus aufwachen. Es war zu schön um wahr zu sein. Aber, noch hatte er weder Haus noch Frau. Also alles schön langsam. „Willst du morgen Abend zu uns kommen und dir meine Tochter mal ansehen?" Pescharu holte ihn aus seinen Gedanken. „Ja, Pescharu, das ist eine gute Idee, wo wollen wir uns treffen?" „Am besten wieder hier und dann nehme ich dich mit nach Hause" Am nächsten Abend nahm Pescharu Merire zu sich nach Hause. Seine Frau hatte Essen gerichtet und es wurde ihm seine Zukünftige vorgestellt. Seneb war keine Schönheit aber sie gefiel Merire gut. Sie war nicht sehr schlank, der Hintern etwas zu groß, die Brüste etwas zu klein, sie hatte dunkle Haut und ein freundliches Lachen. Und auch wenn sie hässlich gewesen wäre, Merire hätte sie genommen. Wie oft hatte er sich nach einer Frau gesehnt. Nach jemanden der sich um ihn kümmert, ihm Essen macht und am Abend beischläft. Dafür war Seneb perfekt. Ja, wenn er es genau nahm, war sie sogar schön. Sie war schön und sie wird seine Frau. Sie vereinbarten, sobald Merire das Haus bekommt, wird Seneb zu ihm ziehen, Pescharu ein kleines Fest ausrichten und damit werden sie Mann und Frau sein. Deir el-Bahari arbeiten werde. In dem Teil, zu dem nur wenige Zugang hatten und wo die Arbeit gleich doppelt so gut bezahlt wurde. Merire war froh, dass er sich für Menech entschieden hatte. Er hatte nicht damit gerechnet, dass er schon so bald die Früchte ernten würde. Die Früchte wovon eigentlich? Er hatte ja nicht einmal etwas dafür tun müssen.Die Arbeit im Inneren des Tempels war die Selbe wie die Arbeit die er jetzt auch machte, nur genoss sie bei allen viel höheres Ansehen, wahrscheinlich weil wenige dort arbeiten durften. Nur die Besten wurden dazu herangezogen. Und zu diesen gehörte er jetzt. Ipui und Paneb würden leider nicht ins Innere kommen. Einerseits Schade, weil sie viel von seiner Arbeit übernommen hatten und viel fleißiger, geschickter waren als er, andererseits zeigte es wieder, dass er eben zu Höherem geboren ist. Hätte er Menech fragen sollen, was mit den beiden ist? Ob sie nicht mit ihm kommen können? Man hätte geglaubt er sei undankbar, vermessen. Und die beiden hätten geglaubt, es stünde ihnen zu. Sie würden genau so geschätzt wie er, Merire, der sich mit Menech verbündet hatte. Es war gut wie es war. Jedem das seine. Stolz und freudestrahlend überbrachte er Ipui und Paneb die Nachricht und die beiden freuten sich, als ob sie befördert worden wären. Sie umarmten Merire und herzten ihn. Merire war das unangenehm. Was erhofften sie sich davon, dass er befördert worden war? Komische Gesellen. Es wird ihnen keinen Vorteil bringen. Aber was soll es. Die beiden freuten sich wie kleine Kinder. Er hätte sich diese Beförderung längst verdient und es ist nur gerecht, dass er sie jetzt auch bekommen hat, meinten sie. Was hatten sie denn für einen Ahnung, wie solche Beförderungen abliefen, welche Beziehungen notwendig waren und mit wem er sich mittlerweile verbündet hatte. Sie hatten einfach keine Ahnung. Schon am nächsten Tag arbeitete er an seiner neuen Arbeitsstelle. Genau so wie vorher bekam er Musterstücke vorgelegt und musste dann eine gewisse Anzahl davon fertigen. Früher teilte er sich diese Arbeit mit Ipui und Paneb, welche den Grossteil erledigten, er hatte Zeit sich umzusehen, zu schauen was es neues gab, sich einen ruhigen Tag zu machen. Die jetzigen Mitarbeiter schauten nur auf sich und Merire musste ganz schön dazu sehen, dass er auf sein Tagessoll kam. Man hatte ihn befördert und er wollte nicht, dass es vielleicht zu Beschwerden bezüglich seiner Arbeit kam. Niemals zuvor war er am Abend so geschafft, wie nach den ersten Tagen im Tempel. Er war es einfach nicht gewohnt so viel zu arbeiten. Ipui und Paneb traf er am Abend bei ihrer gemeinsamen Schlafstätte. Sie teilten sich zu Dritt einen Verschlag, der aus einem Strohdach und halbhohen Lehmwänden bestand und gut vor Regen und Wind schützte. Die beiden waren guter Dinge und fragten ihn Löcher in den Bauch. Er teile nur kurz mit, dass es ihm bei Strafe verboten ist, darüber zu reden, was die beiden enttäuscht zurück ließ. Es war die halbe Wahrheit, sie verschaffte ihm aber Ruhe von den beiden. Wenige Wochen nach seiner Beförderung teile ihm sein Vorarbeiter mit, dass er ihn nach Arbeitsschluss bei der Abgabestelle der Werkzeuge erwarten würde. Jeden Abend wurden die Werkzeuge abgegeben und am nächsten Morgen wieder ausgegeben. So wurde verhindert, dass diese wertvollen Stücke abhanden kamen. Was aber trotzdem immer wieder geschah, und man sie dann am Markt von Theben wieder fand. Merire hatte keine Ahnung was das nun wieder zu bedeuten hatte, Angst machte es ihm diesmal nicht. Seit dem Gespräch mit Menech hatte er nie wieder Angst verspürt, zu mächtig war die Hand, die ihn beschützte. Der Vorarbeiter erwartete ihn wie ausgemacht und nachdem Merire sein Werkzeug abgegeben hatte gingen sie los. Merire folgte ihm einfach. Nach ein paar Metern blieb der Vorarbeiter stehen und legte seinen Arm freundschaftlich um Merires Schultern. „Du hast dich gut eingearbeitet und ich bin sehr zufrieden. Da haben wir wirklich eine gute Kraft dazu bekommen. Weiter so." Merire freute sich, dass alles zur Zufriedenheit verlief. War es das gewesen. Hatte der Vorarbeiter deswegen auf ihn gewartet? Merire konnte es sich nicht vorstellen, trabte aber weiterhin neben seinem Vorarbeiter her in Richtung der Siedlung wo sie alle wohnten. „Du fragst dich wahrscheinlich warum ich dich gebeten habe, mit mir zu kommen?" Merire nickte. „Ich möchte dass du mit mir nach Hause kommst und ich dich mit jemand bekannt mache. Wir trinken und essen gemeinsam und haben einen schönen Abend, was hältst du davon?" Merire nickte zustimmend. „Ja, gerne. Ist mir eine große Ehre." „Schon gut" Der Vorarbeiter klopfte Merire erneut auf die Schulter. Sie gingen den gleichen Weg, den Merire sonst auch ging, nur dort wo er dann rechts zu den Arbeiterbaracken abbog, gingen sie heute links vorbei und weiter Richtung Flussufer, wo die Häuser der Beamten, der Vorarbeiter und der Höhergestellten waren. Die Siedlung war von einer Mauer umgeben und in den engen Gassen herrschte reges Treiben. Merire war schon zweimal hier gewesen, mal was zu holen und mal was zu bringen. Sonst hatte er hier nichts verloren, es war nicht seine Welt. Beim Haus des Vorarbeiters angekommen stellte er ihn den Anwesenden vor. Sie waren alle von der Baustelle beim Tempel, er kannte sie vom Sehen. Vorm Haus hatten sie es sich gemütlich gemacht, tranken Bier aus Krügen und waren guter Dinge. Der Vorarbeiter hatte Merire neben Pescharu, einem anderen Vorarbeiter gesetzt. Er selbst verschwand im Haus und kurz darauf kam seine Frau mit einer Tonplatte, auf der sich gebratene Flugenten befanden. Sie stellte sie in die Mitte und war schon wieder weg. „Was wird hier gefeiert?" Merire wandte sich an Pescharu. Fleisch gab es nur zu besonderen Anlässen, zumindest im Leben von Merire. „Gefeiert? Wir feiern dass die Arbeit des Tages getan ist. Wir arbeiten schwer für den Einen und er sorgt gut für uns". Wir arbeiten auch schwer für den Einen, dachte Merire, aber Fleisch einfach so, das gab es für ihn nicht. „Merire, ich hab schon viel von dir gehört" setzte Pescharu das Gespräch fort. „Man hat dich erst vor kurzem in den Tempel geholt. Auf höchster Anordnung sagt man." Merire wusste nicht was das sollte und blieb ungerührt. „Wenn jemand auf Wunsch von Menech versetzt wird, dann heißt dass meist viel Gutes für denjenigen." Pescharu nahm einen tiefen Schluck Bier und wischte sich den Mund mit dem Handrücken ab. Merire schwieg weiter. „Also wird dir wohl noch viel Gutes bevorstehen" Pescharu nahm einen tiefen Schluck und lachte schallend. Merire wusste nicht wie ihm war. Er fühlte sich unwohl hier, wartete dass man endlich damit herausrückte, was man von ihm wollte. „Wohnst du noch draußen bei den Arbeitern?" Merire nickte wiederum. „Das heißt, du hast auch noch keine Frau, oder?" Pescharu hatte sichtlich Spaß am Verhör, die anderen lauschen und Merire wollte nur noch gehen. „Nein, ich habe keine Frau" Was wollte er ihm jetzt sagen, dass er in der Barackensiedlung wohnt, keine Frau hat und auch sonst nichts? Wollte er sich über ihn lustig machen? Ihm klar machen, dass auch seine Protektion durch Menech aus ihm nicht mehr als einen kleinen, armseligen Arbeiter machte. War es das? Ihn zu demütigen. „Sag, Pescharu, was soll das alles, was fragst du mich Löcher in den Bauch? Ich habe genug von deiner Fragerei und werde jetzt gehen" Merire fühlte Zorn aufsteigen. Was bildet sich dieser Kerl nur ein, sich hier wichtig zu machen. „Merire, so bleib doch noch ein Weilchen, ich wollte dich nicht ärgerlich machen. Ganz im Gegenteil. Pescharu war plötzlich ganz Ernst und freundlich. „Warum ich soviel frage ist, weil ich selbst drei Töchter habe und die Erste jetzt zu verheiraten wäre. Und da habe ich mir gedacht, ob du nicht vielleicht Interesse hättest?" Wenn Merire mit allem gerechnet hatte, damit nicht. Ein Vorarbeiter will ihn mit seiner Tochter verheiraten. Mit ihm, Merire, der von sich dachte, dass er niemals eine anständige Frau bekommen würde. Jetzt ärgerte er sich über sein Aufbrausen. „Aber wenn du kein Interesse hast, bitte sag es frei raus." „Doch, Pescharu, doch, ich habe des öfteren schon daran gedacht mich zu verheiraten. Nur muss ich wohl vorher dafür Sorge tragen, dass meine zukünftige Familie etwas zum wohnen hat, oder?" „Um ehrlich zu sein, ich habe da etwas gehört" Merire war gespannt, was als nächstes kommen würde. „Menech hat meinen Freund ersucht, sich um ein Haus für dich umzusehen und er hat bereits etwas im Auge. Einer der Schreiber wird nach Assuan gehen und sein Haus wird frei. Sobald die Anordnung von Menech kommt, ist es dein". Merire konnte das alles nicht fassen. Heute Morgen noch auf Stroh gebettet soll er schon bald neben seiner Frau in einem Haus aufwachen. Es war zu schön um wahr zu sein. Aber, noch hatte er weder Haus noch Frau. Also alles schön langsam. „Willst du morgen Abend zu uns kommen und dir meine Tochter mal ansehen?" Pescharu holte ihn aus seinen Gedanken. „Ja, Pescharu, das ist eine gute Idee, wo wollen wir uns treffen?" „Am besten wieder hier und dann nehme ich dich mit nach Hause" Am nächsten Abend nahm Pescharu Merire zu sich nach Hause. Seine Frau hatte Essen gerichtet und es wurde ihm seine Zukünftige vorgestellt. Seneb war keine Schönheit aber sie gefiel Merire gut. Sie war nicht sehr schlank, der Hintern etwas zu groß, die Brüste etwas zu klein, sie hatte dunkle Haut und ein freundliches Lachen. Sie verstand sich auf das Handwerk handgemachte Seifen herzustellen. Und auch wenn sie hässlich gewesen wäre, Merire hätte sie genommen. Wie oft hatte er sich nach einer Frau gesehnt. Nach jemanden der sich um ihn kümmert, ihm Essen macht und am Abend beischläft. Dafür war Seneb perfekt. Ja, wenn er es genau nahm, war sie sogar schön. Sie war schön und sie wird seine Frau. Sie vereinbarten, sobald Merire das Haus bekommt, wird Seneb zu ihm ziehen, Pescharu ein kleines Fest ausrichten und damit werden sie Mann und Frau sein.
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